Es gibt mich schon eine ganze Weile, ich bin Jahrgang 1963. Damit die Jüngeren unter euch sich das besser vorstellen können: in meiner Kindheit gab es noch Schnurtelefone mit Wählscheiben und an Handys war überhaupt noch nicht zu denken. Es gab noch seltsam aussehende Autos, wie den niedlichen Käfer von VW, schrecklich unbequeme Lackschuhe und noch überall den pappsüßen, aber von mir heißgeliebten Schokoriegel namens Caramac. Schule fand ich von vorne bis hinten doof, ich spielte lieber im Wald, schmökerte mit der Taschenlampe unter der Bettdecke in meinen Büchern und schrieb spannende Geschichten.

Ich biss mich aber doch ganz passabel durch die Schule durch und lernte dann Erzieherin. Eine anspruchsvolle, anstrengende, aber auch schöne Arbeit, die ich sogar manchmal mit meiner Leidenschaft fürs Schreiben verbinden konnte: Die Kinder und ich hatten jede Menge Spaß am Aufführen von selbst geschriebenen Theaterstücken.

Später bekam ich dann meine eigene Tochter und jobbte in allen möglichen Bereichen, da Teilzeitstellen in den Kitas noch rar waren. Und ich schrieb, wie eine Besessene. In den unmöglichsten Situationen bekam ich meine Ideen für neue Geschichten: beim Anstehen an der Wursttheke, im Wartezimmer des Kinderarztes oder beim Straßenbahnfahren. Deshalb flogen zum Leidwesen meiner Familie zuhause in allen Ecken eine Menge Zettel mit Notizen herum; meist mussten die Rückseiten von Kassenbons, Rezepten und Tickets dafür herhalten. Und obwohl meine liebe Familie verzweifelt versuchte, mich zu disziplinieren und begann, mir zu jedem Anlass hübsche Notizbücher zu schenken, habe ich die Zettelwirtschaft bis heute nicht aufgegeben, wie man sieht. Für jedes Projekt sammle ich meine Ideenzettel in einer Schachtel. In die Kladden notiere ich dann erste Texte, das Setting und das Thema der Kapitel. Den ersten vollen Entwurf schreibe ich mit der Hand, meistens auf meinem Balkon oder im Wald. Ist wahrscheinlich nicht gerade professionell, diese Arbeitsweise, aber für mich funktioniert das gut so.

So, das waren einige äußeren Dinge über mich, hier noch ein paar innere:

  • Alle Tiere haben sich in mein Herz geschlichen. Sogar bei Stechmücken entschuldige ich mich, wenn ich sie schweren Herzens in den Stechmückenhimmel schicke.

  • Ich mag so ziemlich alle Farben, nur mit Mintgrün kann ich merkwürdigerweise nichts anfangen.

  • An Büchern verschlinge ich, was ich in die Finger kriege. Klassiker, SciFis, Horror, Humor, Fantasy, Krimis, Thriller, Biographien, Schicksale genauso wie alte Mickey-Mouse-Bücher, Comics und Kinderbücher. Ich finde es spannend, herauszufinden, was andere Menschen an den verschiedenen Genres fesselt. Das einzige Buch, das ich schon dreimal angefangen und mit einem Knoten im Kopf wieder weggelegt habe, ist das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco. Das ärgert mich, und ich versuche es bestimmt ein viertes Mal!

    Häckelblumen

  • Wenn mir in der Welt mal alles zuviel wird, trete ich in ungewohnte Aktion. Dann bringe ich zur Freude der Nachbarn meinen ziemlich verwilderten Garten auf Vordermann, säge, schleife und bohre an einem alten Möbelstück herum oder versuche mich im Garten an fernöstlichen Körperertüchtigungen, wie Taiji oder Aikido. Da möchte ich aber lieber nicht wissen, was die Nachbarn über mich denken.

  • Hin und wieder versinke ich auch ins Malen oder in meinen Häkelblumen. Die stelle ich in allen Farben, Formen und Größen her. Außer in mintgrün.

Nun habt ihr mich ein wenig kennengelernt, ich würde mich freuen, auch etwas von euch zu erfahren. Schreibt mir gerne, von euren Hobbys, euren Büchern oder von dem, was euch so beschäftigt.

Sylvi Amthor